Call for Paper (English version below):
Unser Studium ist irgendwie ein bisschen schräg: Es bedeutet Einladung und Ausgrenzung zugleich. Einerseits verlangt Kunst genaues Hinsehen: Unser Forschungsgegenstand kann auch ohne Vorwissen, ohne Texte und ohne akademische Codes berühren. Was für ein Schatz!
Andererseits können es sich nicht alle leisten, diese Einladung der Kunst anzunehmen. Kunst- und Kunstwissenschaften zählen – nach der Medizin und noch vor der Rechtswissenschaft – zu den am wenigsten zugänglichen Studiengängen. (1) Wir als Studierendenschaft sind also überdurchschnittlich stark von einer Herkunft aus einem Akademiker*innenhaushalt geprägt und somit auch die Perspektiven, Teilhabemöglichkeiten und Verständnisse von Kunst, die wir im Studium erlernen und selbst produzieren. Wer bleibt dabei außen vor und durch welche Mechanismen? An welche Vorstellungen von Kunst, an welche Formen des Umgangs mit ihr und an welche Menschen im Kunstbetrieb haben wir uns vielleicht so sehr gewöhnt, dass kaum noch irritiert, wer oder was dabei exkludiert wird? Wie lernen wir? Was lernen wir? Wer lernt mit uns? Auf welches Bild, welche Narrative ist unser Studium angewiesen und was lernen wir dafür eben gerade nicht?
Mit diesen Fragen möchten wir uns auf dem 109. Kunsthistorischen Studierendenkongress vom 6. bis 9. August 2026 in Hamburg unter dem Motto ver_Lernen auseinandersetzen.
1) Vgl. Kroher, Martina et al.: Die Studierendenbefragung in Deutschland: 22. Sozialerhebung. Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in Deutschland 2021, hrsg. vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Berlin 2023, S. 30.
Call for Paper (English version)
Our degree programme is, in a way, a bit of an oddity: it represents both an invitation and a form of exclusion. On the one hand, art demands close observation: our subject of study can move us even without prior knowledge, without literature, and without academic codes. What a treasure!
Unfortunately, on the other hand, not everyone can afford to accept this invitation for participation. Art and art history – after medicine and even before law – are among the least accessible degree programmes.(1) As students, we are therefore disproportionately shaped by academic family backgrounds, and so too are the perspectives, modes of participation, and understandings of art that we learn and reproduce. Who remains excluded and through which mechanisms? To which notions of art, which ways of engaging with it, and which actors within the art world have we become so accustomed to that we barely question who or what is being excluded? How do we learn? What do we learn? Who learns with us? On which image, which narratives does our course of study rely, and what, precisely, do we fail to learn as a result?
We would like to explore these questions at the 109th Art History Students’ Congress, taking place from 6 to 9 August 2026 in Hamburg under the motto ver_Lernen (un_learning).
(1) cf. Kroher, Martina et al.: Die Studierendenbefragung in Deutschland: 22. Sozialerhebung. Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in Deutschland 2021, hrsg. vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Berlin 2023, p. 30.
Wir bedanken uns herzlich bei unseren Unterstützer*innen:



